96. Jahrestagung der DOG 1998

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INDIKATIONEN FÜR DEN EINSATZ HOCHAUFLÖSENDER STAB-MIKROENDOSKOPE

F. Koch, H. Gümbel, A. Augustin

Die meisten Schritte bei der Chirurgie ausgehend vom Glaskörperraum werden unter einem Operations-Mikroskop kontrolliert. Dabei ist die Beurteilung der Abläufe auf Höhe der Ora serrata, sowie im Subretinalraum nicht zuletzt wegen der limitierten Auflösung der Optiken unzureichend.

Endoskop: Ein Stabendoskop mit 0,9 mm Gesamtaußendurchmesser, einem 90g schweren Handstück und einem Gradienten Index (GRIN) Linsentransfer (1) sowie einem Kanal für die Koppelung einer Infusion und einem zweiten Kanal (Arbeitskanal, z.B. für Laserfaser) ermöglicht eine Auflösung, die signifikant besser ist als die Auflösung, die bei Einsatz eines Faserendoskops möglich wird. Außerdem bleibt das Bild auch dann scharf, wenn die Endoskopspitze mit dem Gewebe Kontakt aufnimmt (O-Abstand).

Indikationen: Hochauflösende Darstellung 1. von Ora serrata/Pars plana und benachbarter Strukturen in ihrer Umgebung: Sklerotomien mit und ohne Kanülenschutz, in der Pars plana verankerte Medikamententräger und periphere Gefäßproliferationen. 2. von feinsten Membranen im Zusammenhang mit einem Makula Pucker oder einem Makula Foramen. 3. des transkleralen Zugangs in den Subretinalraum mit Trennung von Adhäsionen zwischen SRNVM und Pigmentepithel bzw. sensorischer Netzhaut.

Schlußfolgerung: Dank des kleinen Durchmessers bei maximaler Auflösung kann man mit dem GRIN-Endoskop sogar rote Blutkörperchen in retinalen oder chorioidalen Gefäßen verfolgen. Dieses Beispiel untermauert, daß sich eine Vielzahl von neuen diagnostischen und therapeutischen Schritten auftun, die das Spektrum vitreoretinaler Maßnahmen erweitern.

1. P.Rol, R Jenny, D.Beck, F. Fankhauser, P.F. Niederer: Optical properties of miniaturized endoscopes for ophthalmic use. Opt. Eng. 34 (1995) 2070-2077

Univ.- Augenklinik, Theodor-Stern-Kai 7, D-60590 Frankfurt a.M.


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