96. Jahrestagung der DOG 1998

V18

NICHT PENETRIERENDE EXTERNE TRABEKELEXZISION: EIN THERAPIEKONZEPT BEI CHRONISCHEM WEITWINKELGLAUKOM

J. Schmidt, C. Wilkens, G.W. Nietgen

Hintergrund: Gehäufte Probleme in der postoperativen Phase mit der üblichen Trabekulektomie, wie Hypotonie, aufgehobener Vorderkammer, Sanguinationen, Aderhautabhebungen und in deren Folge zystische, nicht filtrierende Sickerkissen, ließen uns nach alternativen OP-Techniken suchen. Um den Druckgradienten von der Vorderkammer zum Sickerkissen besser steuern zu können, wenden wir seit Mitte 1997 gehäuft die nicht-penetrierende Trabekelexzision an.

Methodik: Prospektiv untersuchten wir seit Juni 1997 fünfzehn Patienten (11 weiblich, 4 männlich), die bei chronischem Offenwinkelglaukom mit einer modifizierten, nicht-penetrierenden Trabekelexzision operiert wurden. Der Follow-Up beträgt 1 bis 6 Monate (Mittel 2,3 Monate).

Ergebnisse: Der intraokulare Druck ließ sich mit dieser Methode bei 13 Augen regulieren (<20 mm Hg). Bei zwei Augen mit Druckwerten über 20 mm Hg wurde durch penetrierende Trabekulektomie reoperiert. In keinem Fall konnte in der postoperativen Phase nach initialer Operation eine Sehverschlechterung, Vorderkammeraufhebung, Hypotonie mit Aderhautamotio oder ein zystisches Filterkissen beobachtet werden.

Schlußfolgerungen: Die geringe Komplikationsrate und die relativ gute Steuerbarkeit dieses Verfahrens könnte bei langfristig guten Ergebnissen eine Alternative zur gewohnten penetrierenden Goniotrepanation darstellen. Ein Grund für den Mißerfolg bei den ersten Fällen könnte eine zu flache Präparation des Trabekelwerks gewesen sein.

Medizinisches Zentrum für Augenheilkunde, Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg


Zurück