96. Jahrestagung der DOG 1998

Vi1

BEDEUTUNG DER RETINALEN GEFÄSSDURCHMESSER FÜR DIE BEURTEILUNG DER OKULÄREN PERFUSION

G.E. Lang, W. Vilser, M. Tobis, Th. Riemer, A. Knittel, G. K. Lang

Okuläre Perfusion und vaskuläre Dysfunktionen gewinnen in der Beurteilung und Therapie von Augenerkrankungen zunehmend an Bedeutung.

Methode: Ein wichtiger Parameter für die Beurteilung der okulären Perfusion ist der Durchmesser der retinalen Gefäße. Mit dem Retinal- Vessel-Analyser (RVA; Carl Zeiss Jena) können erstmals in vivo Gefäßdurchmesser retinaler Arterien- und Venenäste nicht invasiv und automatisch on line gemessen werden. Mit einer speziellen CCD-Kamera werden die Netzhautgefäße abgebildet. Mittels PC wird ein geeignetes Meßfenster digitalisiert. Die adaptiven Algorithmen sind kontrast- und helligkeitsunabhängig und erlauben eine untersucherunabhängige Auswertung der Netzhautgefäßdurchmesser.

Ergebnisse: Der RVA ist eine valide und sensitive Methode, mit der kleine Gefäßänderungen zuverlässig erfaßbar sind. Örtlich und zeitlich bedingte Änderungen der Gefäßdurchmesser, Pulsationen, Vasomotionen, blutdruckbedingte und atmungsabhängige Gefäßveränderungen können nachgewiesen werden. Auch Regulationsmechanismen und Gefäßantworten auf Provokation können untersucht werden.

Schlußfolgerung: Die Kenntnis der Physiologie und Pathophysiologie der Mikrozirkulation stellt die Grundlage für die korrekte Interpretation des Verhaltens retinaler Gefäße im Hinblick auf eine zuverlässige Diagnostik und sinnvolle Therapie von vaskulären Augenerkrankungen dar.

Universitäts-Augenklinik, Prittwitzstr. 43, D-89075 Ulm

Gefördert durch Carl Zeiss Jena


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