96. Jahrestagung der DOG 1998

P85

Korrelation von Gesichtsfeldparametern mit Parametern der Papillentopometrie und der Nervenfaserschichtdickemessung bei Patienten mit POWG und NDG

S. Kremmer, S. Sievers, N. Niederdräing, N. C. Bontke, K.-P. Steuhl

In den letzten Jahren haben sich Scanning Laser Techniken insbesondere zur Papillentopometrie (Scanning Laser Topometrie, SLT) in der Glaukomdiagnostik etabliert. Seit kurzer Zeit steht eine neue Software Version (3.0.19) des TopSS, LDT Inc., USA sowie eine neue Generation Scanning Laser Polarimeter (SLP) zur Messung der retinalen Nervenfaserschichtdicke (NFSD) zur Verfügung (GDx, LDT Inc., USA). Ziel der hier vorgelegten Studie war es zu untersuchen, ob es eine Korrelation zwischen Gesichtsfeldparametern und SLT sowie SLP bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POWG) und Normaldruckglaukom (NDG) besteht.

Patienten und Methode: Wir untersuchten 63 POWG-Patienten (Alter 65,18 +/-12,22 Jahre, 31weiblich, 32 männlich) und 40 NDG-Patienten (Alter 64,38 +/-9,19 Jahre, 19 weiblich, 21 männlich). Gesichtsfelder (GF) wurden hinsichtlich des Parameters mean defect (MD) und der Glaukom-Klassifikation nach Aulhorn (GKA) ausgewertet (Oculus, TAP cc 2000). Bei der SLT wurden folgende Para-meter ausgewertet: vertikaler und horizontaler Papillendurchmesser und C/D-R, neuroretinale Randsaumfläche (NRR), Exkavationstiefe und -steilheit sowie die Volumen unter- und oberhalb des Netzhautniveaus (Vol. below/above). Bei der SLP untersuchten wir die NFSD im oberen und unteren Sektor, das Verhältnis von NFSD oben zu temporal (S/T-R), unten zu temporal (I/T-R), oben zu nasal (S/N-R), die max. Modulation (mM) und den theoretischen Wert „the number".

Ergebnisse: Bei den Patienten mit POWG korrelierten die SLT-Parameter NRR, C/D-R und Vol. above mit den GF-Parametern MD und GKA, bei den Patienten mit NDG lediglich die vertikale C/D-R. Hingegen zeigte sich in der SLP, daß POWG und NDG gleichermaßen am besten mit S/T-R, I/T-R und der mM korrelieren. Bei Patienten mit NDG bestand außerdem eine signifikante Korrelation zwischen S/N-R und den GF-Parametern. Umgekehrt korrelierte „the number" mit MD und GKA bei POWG.

Diskussion: Bei POWG-Patienten zeigte der quantitative GF-Parameter MD und die mehr qualitative GKA hinsichtlich ihrer Korrelation zu den SLT- und SLP-Messungen große Übereinstimmungen. Bei NDG-Patienten korrelierten die SLP-deutlich besser als die SLT-Ergebnisse mit den GF-Parametern. Dies steht mit der klinischen Beobachtung in Einklang, daß bei NDG-Patienten trotz biomikroskopisch auffälliger Papillenbefunde oft nur relativ geringe GF-Defekte bestehen.

Universitäts-Augenklinik, Hufelandstr. 55, 45122 Essen


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