96. Jahrestagung der DOG 1998

P84

KLINISCHE RELEVANZ VON PAPILLÄREN ISCHÄMIEN IN FLUORESZEIN-ANGIOGRAPHIEN BEI NORMALDRUCKGLAUKOM

N. Plange, O. Arend, A. Harris 1, M. Wenzel, A. Remky

Ziel: Untersuchung der klinischen Relevanz der Größe von papillären Ischämiearealen bei Fluoreszein-Angiographien von Patienten mit Normaldruckglaukom im Vergleich zu Gesichtsfelddefekten, Gefäßdurchmessern und hämodynamischen Parametern.

Methodik: Videofluoreszenz-Angiographien (Scanning Laser Ophthal-moskop) von 32 Patienten mit Normaldruckglaukom (m 9, w 23, mittleres Alter 58,9 Jahre; keine lokale oder systemische gefäßbeeinflussende Therapie) wurden ausgewertet. Mittels digitaler Bildauswertung wurde in der venösen Phase die Fläche absoluter Füllungsdefekte zur Papillengröße quantifiziert, und arterielle Gefäßdurchmesser sowie die arteriovenöse Passagezeit (AVP) ermittelt. Desweiteren wurden die jeweiligen Gesichtsfelder (Humphrey w-w, 24/2 Schwellentest) nach Aulhorn klassifiziert.

Ergebnisse: Die Füllungsdefekte waren mit der Schwere des Gesichtsfeldschadens (nach Aulhorn; p<0,05), sowie mit den arteriellen Gefäßdurchmessern (R=-0,61, p<0,05) korreliert. Es bestand kein statistisch signifkanter Zusammenhang zur arteriovenösen Passagezeit.

Folgerungen: Die Größe der Füllungsdefekte kann als Bewertungsparameter für Glaukomschäden angesehen werden. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese über die Pathogenese des Normaldruckglaukoms. Zirkulationsstörungen stellen dabei einen primären Faktor dar und führen zu Ischämiearealen der Papille, damit letzendlich zu Nervenfaseruntergängen und Gesichtsfeldschäden.

Supported by START 4/96-4, NIH grant EY10180-01; Research to Prevent Blindness, Indiana University.

Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr.30, 52057 Aachen

1 Dep of Ophthalmology, Indiana University, Indianapolis, USA


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