96. Jahrestagung der DOG 1998

K70a

RETINAL THICKNESS ANALYSER (RTA) UND OPTICAL COHERENCE TOMOGRAPHY (OCT) IM KLINISCHEN VERGLEICH. ERSTE ERGEBNISSE BEI KLASSISCHEN RETINOLOGISCHEN KRANKHEITSBILDERN.

C. Niederdellmann, M. J. Thiel, J. V. Münich, A. Scheider, M. W. Ulbig

Zwei neue nichtinvasive Verfahren zur retinologischen Diagnostik, RTA und OCT, basieren auf der Registrierung von an der Netzhaut reflektiertem Licht. Die vorliegende Untersuchung soll die klinische Anwendbarkeit beider Systeme sowie die Praktikabilität beider Methoden vergleichen.

Methoden: RTA: Ein 540 nm HeNe-Laserstrahl von 180 m W scannt binnen 200 msec ein Areal von 2 x 2 mm. Das an der membrana limitans interna und am retinalen Pigmentepithel reflektierte Licht wird mittels einer CCD-Kamera registriert und digitalisiert. Ein Rechner erstellt ein 2- und ein 3-dimensionales Bild der Netzhautdicke mit einer Arbeitsauflösung von 30 m m. Zur Untersuchung des hinteren Pols werden 9 Quadrate vermessen. OCT: Von einer Superlumineszenzdiode emittiertes Licht (380 nm) wird in einem Meßstrahl und einen Refrenzstrahl gespalten. Aus der unterschiedlichen Lauflänge (Interferenz) beider reflektierter Strahlen erstellt ein Rechner ein 2-dimensionales Schnittbild der Netzhaut mit einer Auflösung von 10 m m.

Patienten: 26 Augen mit folgenden Krankheitsbildern wurden mit RTA und OCT untersucht: Diabetische Maculopathie (6), Maculaödem bei Vaskulitis (2), Maculaödem bei venösen Verschlüssen (3), Chorioretinitis centralis serosa (4), chorioidale Neovaskularisation (1), multifokale Chorioretinitis (2), vitreoretinale Traktionssyndrome (8).

Ergebnisse: Bei epiretinalen und retinalen Strukturen sind beide Systeme vergleichbar. Die bessere Auflösung des OCT weist besonders kleine epiretinale Membranen und Maculaforamina im Frühstadium zuverlässiger nach. Intraretinale Veränderungen, Ödeme sowie Blutungen sind durch beide Methoden in vergleichbarer Weise abbildbar. Druch die flächenhafte Analyse des RTA lassen sich diese Veränderungen kartographisch darstellen. Am retinalen Pigmentepithel erlaubt die größere Eindringtiefe des OCT detailliertere Aussagen über subretinal gelegene Prozesse. Die Dickenmessung beider Systeme zeigt teils abweichende Werte. Ein limitierender Faktor für die Einsetzbarkeit beider Verfahren sind Trübungen der optischen Medien.

Schlußfolgerungen: Der direkte Vergleich beider Systeme zeigt die Vor- und Nachteile auf. Die hier dargestellten Fäll demonstrieren die unterschiedlichen Anwendungsgebiete.

Augenklinik der LMU München, Mathildenstraße 8, 80336 München


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