96. Jahrestagung der DOG 1998

V564

UNTERSUCHUNGEN ZUR REPRODUZIERBARKEIT MIT DEM RETINAL VESSEL ANALYZER (RVA)

C. Bräuer-Burchardt, W. Vilser, T. Riemer

Mit dem RVA gibt es ein neues leistungsfähiges Werkzeug zur umfangreichen Analyse des örtlichen und zeitlichen Verhaltens retinaler Astgefäße auf der Grundlage von online Messungen des Gefäßdurchmessers entlang festgelegter Gefäßabschnitte über eine definierte Meßzeit. Ziel der Untersuchungen war die Bestimmung von Variationskoeffizienten (CV) als Maß für die Reproduzierbarkeit der Durchmesserbestimmung in Abhängigkeit von verschiedenen Untersuchungs- und Meßbedingungen.

Methoden: 136 Meßwertfolgen von 43 Gefäßen (30 Venen / 13 Arterien) von 19 gesunden Probanden (mittleres Alter 30.3 ± 7.1 Jahre) wurden mit dem RVA aufgenommen. Es wurde jeweils der Variationskoeffizient am gleichen Meßort über einen 1 bis 2 mm langen Gefäßabschnitt unter gleichen Meßbedingungen (Gefäßlänge, Meßzeit u.a.) innerhalb von online Meßwertfolgen (CVM) und zwischen Meßwertfolgen verschiedener Sitzungen (CVS) bestimmt. Zwischen den Sitzungen, die bezüglich der Einstellung von Gerät und Auge unabhängig waren, lagen Pausen von ca. 45 min Dauer. Zur Ausschaltung bekannter biologischer Einflüsse wie Vasomotionen und Meyer-Wellen wurden Meßzeiten für die online Meßwertfolgen von 3 min gewählt.

Ergebnisse: Der CVM innerhalb einer online Meßwertfolge über einen 1 bis 2 mm langen Gefäßabschnitt betrug im Mittel 6.8 % (n=20). Der zufällige Fehler des Gefäßdurchmessers einer Meßwertfolge erreicht somit bei 25 Meßwerten pro Sekunde bereits bei Meßzeiten von 10 Sekunden oder länger Werte kleiner als ± 1%. Der Variationskoeffizient CVS zwischen verschiedenen Sitzungen betrug 1.8 % (n=26).

Schlußfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, daß der größte Einfluß auf die Streuung der Meßwerte durch die biologisch bedingten örtlichen Unterschiede verursacht wird. Reduziert man die Messungen auf eine einzelne Meßstelle, erhält man einen CVM innerhalb der Meßwertfolge von nur 2.7% (n=16 Gefäße, jeweils 4 Messungen). Das bedeutet, daß mit dem RVA auch örtliche Änderungen des Gefäßdurchmessers kleiner als 1% bei Meßzeiten über 10 Sekunden nachweisbar sind. Die Nachweisgrenze für Änderungen zwischen verschiedenen Sitzungen wird durch den CVS bestimmt, wohingegen der zufällige Gesamtfehler beim RVA keine Rolle mehr spielt. Für die Interpretierbarkeit von Änderungen des Gefäßdurchmessers zwischen unterschiedlichen Sitzungen ist somit die Reproduzierbarkeit von Sitzung zu Sitzung als systematischer Fehler ausschlaggebend.

Gefördert durch das TMWFK: B303-96144

Technische Universität Ilmenau, BMTI, PF 100565, D-98684 Ilmenau


Zurück