96. Jahrestagung der DOG 1998

V557

Computergestützte Evaluierung der Nachstardichte mittels EPCO: Eine Reliabilitätsstudie

Ch. Nimsgern, M.R. Tetz, G.U. Auffarth

Einführung: Nachstar ist eine häufige Komplikation der extrakapsulären Kataraktchirurgie. Die Nachstarhäufigkeit variiert der Literatur zufolge zwischen 10 bis über 50 %. Diese Schwankung ist aufgrund der unterschiedlichen Nachstar-Definitionen bedingt. Im folgenden wird eine neuentwickelte Software "EPCO" (Evaluation of Posterior Capsule Opacification) vorgestellt, die ausschließlich morphologische Kriterien zur Bewertung heranzieht.

Methodik: Zur Auswertung der Nachstardichte werden standardisierte Photos benötigt. Diese werden an einer Spaltlampe bei maximaler Mydriasis mittels einer Digitalkamera erzielt. Die Photos werden mittels einem PCO- Bewertungsschema qualitativ und einer Pixelanalyse anschließend quantitativ am Computer kategorisiert: Interaktiv umrundet der Untersucher die verschiedenen Dichtegrade per Computer-Maus auf dem Monitor. Danach werden diese Areale farbkodiert und durch eine Pixelanalyse der Nachstar- Index ermittelt.

Um die Reliabilität von EPCO zu untersuchen, wurden drei verschiedene Versuche durchgeführt. Im Versuchsansatz A wurden von 3 Personen jeweils 10 gleiche Bilder ausgewertet (interindividuelle Reliabilität). Im Versuch B wurden von den 3 Personen jeweils zehn mal das gleiche Photo ausgewertet (intraindividuelle Reliabilität). Im Ansatz C wurden verschieden Photos des gleichen Auges von 3 Untersuchen ausgewertet, um Einflüsse der Abbildungsqualität und des Aufnahmewinkels zu analysieren.

Ergebnisse: Bei der Prüfung der interindividuellen Reliabilität bei Experiment A lag die Standardabweichung der verschiedenen Untersucher zwischen 0,2 und 0,4. Bei der intraindividuellen Reliabilität betrug die Standardabweichung im Mittel 0,3. Die Standardabweichung betrug 0.2 wenn Bilder des gleichen Auges ausgewertet wurden.

Diskussion: Die Evaluierung der Nachstardichte mittels EPCO ist zuverlässig. Die inter- und intraindividuelle Schwankungsbreite ist gering. Systematische Fehler können durch Standardisierung der Aufnahmetechnik und genaue Instruktion der Untersucher weitgehend vermieden werden. Da der Nachstar mittels EPCO quantitativ und qualitativ erfaßt wird, eignet sich das Verfahren besonders zur Verlaufskontrolle nach Implantation verschiedener Linsentypen.

Universitäts-Augenklinik, INF 400, 69120 Heidelberg


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