96. Jahrestagung der DOG 1998

P544

DIE SELBSTSCHLIESSENDE SKLEROTOMIE IN DER ElNFACHEN PARS PLANA-VITREKTOMIE

J. Schmidt, A. Pineyro-Garza, G.W. Nietgen, R. Jalilzadeh

Hintergrund: Neben dem konventionellen Verschluß von Sklerotomien durch verschiedene Nahttechniken stellen wir unsere Erfahrungen mit selbstschließenden Sklerotomien vor. Seit 1997 wenden wir diese immer häufiger bei primären Pars plana-Vitrektomien an. Die Technik und die Therapieergebnisse werden hier vorgestellt.

Methodik: Während des oben dargestellten Untersuchungszeitraumes wurden 65 Augen (das sind 25,6% von insgesamt 258 Augen), bei denen eine primäre Vitrektomie bei Makulapucker, choroidalen Neovaskularisationen, oder bei einer diabetischen Glaskörperblutung durchgeführt wurde, mit selbstverschliessenden Sklerotomien operiert. Dabei wird über der anzulegenden Sklerotomie eine Skleratasche, ähnlich der bei der Kataraktchirurgie, angelegt und in deren Tiefe, 3,5 mm vom Limbus entfernt, die eigentliche Sklerotomie gestochen. Ein ventilartiger Verschluß entsteht. Kontrollparameter waren intraoperative Probleme, postoperativer IOD, Bindehautreizung und subjektive Beschwerden.

Ergebnisse: Bei 5 Sklerotomien (3 Augen) mußte bei persistierender Leckage am Ende der Operation eine Naht zum Verschluß angelegt werden. Ansonsten waren bei allen operierten Augen alle Sklerotomieöffnungen am Ende der Operation undurchlässig verschlossen. Es fand sich keine Leckagen in der postoperativen Phase. Kein Patient entwickelte postoperativ eine okuläre Hypotonie. In einem Auge mit postoperativer Nachblutung, 5 Tage nach der initialen OP, wurden die gleichen Sklerotomieöffnungen nochmals verwendet und es ließ sich wieder ohne Probleme ein Verschluß ohne Naht erzielen.

Schlußfolgerungen: Wesentliche Vorteile der hier vorgestellten Technik sind minimale Druckänderungen im Auge beim intraoperativen Wechsel der Instrumente, die durch eine Ventilfunktion der semizirkulären Skleralaschen bewirkt werden. Wahrscheinlich wird ein niedrigerer Astigmatismus durch das Fehlen von Nähten resultieren. Durch das Fehlen von Nahtmaterial am Auge gibt es keine Fremdkörperreaktion in Form von Granulomen. Subjektiv macht sich die Abwesenheit der Nähte bei den Patienten durch ein fehlendes Fremdkörpergefühl bemerkbar. Hieraus resultiert insgesamt eine bessere Heilung und eine schnellere Rehabilitation des Patienten.

Medizinisches Zentrum für Augenheilkunde, Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg


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