96. Jahrestagung der DOG 1998

P528

DER EINFLUSS VON RAUCHEN AUF DIE RETINALE MIKROZIRKULATION

K. Bachmann, M. Blum, C. Brändel, C. Scherf, W. Vilser, J. Strobel

In der Literatur wird der Einfluß von Nikotin auf cerebrale und retinale Gefäße kontrovers diskutiert. In der folgenden Pilotstudie sollte der Frage nachgegangen werden, ob Rauchen die retinale Mikrozirkulation beeinflußt.

Methode: Fünf gesunde Probanden, die gewöhnlich Nichtraucher sind, rauchten eine Zigarette in fünf Minuten. Die Gefäßdurchmesser der arteriellen und venösen Astgefäße wurden mit Hilfe des Retinal Vessel Analyzer (RVA) vor, während und nach dem Zigarettenrauchen gemessen. Puls, EKG und mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) wurden gleichzeitig abgeleitet.

Ergebnisse: Eine arterielle Vasokonstriktion während des Zigarettenrauchens konnte in vier von fünf Fällen festgestellt werden (3,1% - 13,2%). Bei drei Probanden zeigten die arteriellen Gefäße auch noch nach dem Rauchen eine Engstellung (5,5% - 15,3%). In nur einem Fall konnte keine arterielle Gefäßreaktion während des Rauchens nachgewiesen werden, jedoch fiel nach dem Rauchen eine arterielle Vasodilatation (7,9%) auf, die mit Kopfschmerzen einherging. Die venösen Gefäßreaktionen waren unterschiedlich: In zwei Fällen kam es zu einer Vasokonstriktion (3,6% - 9,5%), in drei Fällen zu einer Vasodilatation (7,1% - 9,4%).

Schlußfolgerungen: Mit dem RVA konnte in vier von fünf Fällen eine Vasokonstriktion der retinalen Astarterien während des Zigarettenrauchens nachgewiesen werden. Die venösen Gefäßreaktionen fielen uneinheitlich aus. Nikotin beeinflußt offensichtlich auch die retinalen Gefäße. Weitergehende Studien sind geplant.

Gefördert durch die Gertrud Kusen Stiftung

Augenklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Bachstraße 18, D - 07740 Jena


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