96. Jahrestagung der DOG 1998

P519

VERTIKALE TRANSPOSITION HORIZONTALER AUGENMUSKELN ZUR KORREKTUR VON HÖHENABWEICHUNGEN UND A/V-INKOMITANZEN

K. Vanselow, A. Zubcov, M. Hacker, C. Klais, N. Stärk

Die retrospektive Studie untersucht, ob ein von der Dosis der Transposition abhängiger Effekt auf die Höhenabweichung ermittelt werden kann und ob in Einzelfällen von A/V-Inkomitanzen (ohne nachweisbaren Obliqui-Einfluß) diese durch Vertikaltransposition von Horizontalmuskeln ausreichend korrigiert werden können.

Methode: Analyse von Einzelfällen mit den Diagnosen congenitale Heberparese (n=1), Oculomotoriusparese (n=2), kombinierte Horizontal- und Vertikalabweichung (n=6), A- und V-Symptomatik (n=2). Es wurde eine reine Transposition (n=1) oder kombinierte Transpositions- / Resektions- / Rücklagerungsoperation (n= 10) mit jeweiliger Transposition um 1/2 bis 1 Muskelbreite durchgeführt. Nachuntersuchungszeitraum lag zwischen 1 und 48 Monaten.

Ergebnisse: Bei der cong. Heberparese und den Oculomotoriusparesen wurde eine Höhenkorrektur von 18pdpt bis 22pdpt erreicht. Die kombinierten Horizontal- und Vertikalabweichungen erreichten alle eine Reduktion ihrer Vertikaldeviation auf postoperativ +/- 5pdpt bei gleichzeitiger Korrektur der Horizontalabweichung auf innerhalb +/- 8pdpt. Bei der V- und A-Symptomatik erfolgte eine erfolgreiche Reduktion der Winkel in Aufblick, PP und Abblick innerhalb +/- 4 pdpt.

Schlußfolgerung: Bei seltenen spezifischen Indikationen ermöglicht die Transpositionschirurgie der Horizontalmuskeln eine zuverlässige Winkelkorrektur der Vertikaldeviation, auch wenn gleichzeitig wegen einer Horizontaldeviation eine kombinierte Rücklagerung und Resektion an den transponierten Muskeln vorgenommen wird. Bei Transposition der horizontalen Muskeln um eine Muskelbreite kann mit einer Korrektur um 18 pdpt bis 22pdpt gerechnet werden.

Abteilung für Kinderaugenheilkunde und Schielbehandlung, J.W. Goethe-Universität, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt


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