96. Jahrestagung der DOG 1998

P494

ERLANGER NICHT-HOCHRISIKO-KERATOPLASTIK-STUDIE: STUDIENPROTOKOLL UND ERSTE ERGEBNISSE

N.X. Nguyen, A. Langenbucher, M.M. Kus, M. Küchle, P. Martus 1, G.O.H. Naumann

Hintergrund: Transplantatreaktionen sind die häufigste Ursache für Mißerfolge der perforierenden Keratoplastik (KPL). Ziel der auf 9 Jahre Laufzeit angelegten Erlanger Studie ist die Evaluierung der Einflußfaktoren für das Auftreten einer immunologischen Transplantatreaktion nach Nicht-Hochrisiko-Keratoplastik.

Patienten und Methode: Im Zeitraum von l/97 bis 1/98 konnten 100 Patienten nach KPL in die Studie einbezogen werden. Auschlußkriterien sind vaskularisierte Hornhaut-Narben, mykokutane Syndrome, systemische Immunsuppression und Re- KPL. Präoperativ sowie bei jeder postoperativen Kontrolle wurde eine vollständige ophthalmologische Untersuchung einschließlich Hornhautendothelzellzahl, Pachymetrie, Hornhauttopographie und Beurteilung der Blut-Kammerwasser- Schranke (BKS) mittels Laser Flare-Cell Meter durchgeführt. Für retrospektive immunologische Untersuchungen wurden Spender-Corneoskleralring sowie Empfänger-Serum (präoperativ und bei jeder postoperativen Kontrolle) asserviert. Die postoperative Therapie ist standardisiert und randomisiert in 2 Gruppen: Gruppe 1 mit Absetzen der lokalen Steroidtherapie nach 6 Monaten und Gruppe 2 mit Fortführung der lokalen Therapie mit Prednisolon-Acetat 1% Augentropfen einmal täglich für 1 Jahr. Klinische und immunologische Parameter werden in einem relationalen Datenbanksystem (MS Access) erfaßt.

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum (8,5 ± 3,5 Monate) wurde bisher keine immunologische Transplantatreaktion beobachtet. Der Visus stieg von 0,15 ± 0,15 präoperativ auf 0,5 ± 0,2 postoperativ, die Hornhaut regularisierte sich stetig. Die BKS normalisierte sich nach 6 Wochen. Postoperativ war die Hornhautendothelzellzahl 2078 ± 547 Zellen/mm2, die zentrale Hornhautdicke betrug 543 ± 53 m m.

Schlußfolgerung: Die Erlanger Studie soll durch die standardisierte Erfassung immunologischer Transplantatreaktionen und eine retrospektive Korrelation der klinischen und immunologischen Parameter weitere Erkenntnisse über den Verlauf nach Nicht-Hochrisiko-Keratoplastik und über immunologische Risikofaktoren erbringen.

Mit Unterstützung des BMFT, IZKF, Projekt B13

Augenklinik mit Poliklinik, 1Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen


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