96. Jahrestagung der DOG 1998

V484

QUANTIFIZIERUNG DER STROMALEN NARBENBILDUNG NACH PHOTOREFRAKTIVER KERATEKTOMIE (PRK)

M. Böhnke, P. Eggli, P. Imesch, K. Vogelberg

Hintergrund: Eine Quantifizierung der stromalen Narbenbildung nach PRK ist im Vergleich von mehreren klinischen und Labormethoden bisher nicht durchgeführt worden.

Ziel der Studie: Nach experimenteller PRK am Kaninchen sollten die stromale Transparenz mit verschiedenen in vivo und in vitro Methoden beurteilt werden.

Material und Methoden: Bei 24 Kaninchen wurde eine PRK von -5 D/6mm Durchmesser vorgenommen. Postoperativ wurde bei allen Tieren eine Behandlung mit Antibiotikum sowie in 3 Gruppen mit 3 verschiedenen Medikationen vorgenommen. Die nicht operierten Gegenaugen wurden ebenfalls mit der Versuchsmedikation des Tieres behandelt. Täglich erfolgte eine ophthalmologische Klassifizierung und Quantifizierung der Hornhauttransparenz. Am Ende des Versuches wurde eine konfokale Mikroskopie aller Hornhäute durchgeführt. Nach Fixierung des Gewebes in Formalin erfolgten: eine photometrische Untersuchung der Transmissionen für Licht verschiedener Wellenlängen, eine Messung der Gewebsreflektivität im sagittalen optischen Schnitt mit dem konfokalen Laserscan-Mikroskop und eine histologische Aufarbeitung des Gewebes.

Ergebnisse: Klinisch wurden zwischen den Therapiegruppen geringe Unterschiede hinsichtlich der stromalen Narbenbildung gefunden. Mit der konfokalen Mikroskopie wurden Unterschiede zu den Kontrollaugen sichtbar. Die photometrische Untersuchung der kornealen Transmission zeigte eine vermehrte Lichtabsorption besonders kurzer Wellenlängen nach PRK. Im konfokalen Laserscan-Mikroskop fanden wir eine hochsignifikante Vermehrung der Reflektivität in allen Excimer - behandelten Hornhäuten gegenüber den Kontrollen. Die histologische Untersuchung zeigte ein variables Ausmaß von Narbenbildung, die mit den klinischen und übrigen Befunden korrelierten.

Diskussion: Neben der klinischen Befundung sind die hier vorgestellten neuen Ansätze geeignet, ein Mass für die stromale Lichtstreuung innerhalb einer gegebenen Methode und relativ zu Kontrollen herzustellen. Die Untersuchung der fixierten Hornhaut im Sagitalschnitt im reflektierten Licht mit dem Laserscan-Mikroskop ist von den verwendeten Methoden am wenigsten störanfällig und erlaubt neben einem Messwert gleichzeitig eine topographische Zuordnung der Hornhauttrübungen.

Universitäts-Augenklinik, Inselspital, CH-3010 Bern


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