96. Jahrestagung der DOG 1998

P474

FOLLOW-UP NACH TRANSPUPILLÄRER DIODENLASERKOAGULATION BEI AKUTER RETINOPATHIA PRAEMATURORUM STADIUM 3+

C. Vögele, W. Jendritza, V. Seiberth

Um anatomische und funktionelle Ergebnisse nach transpupillärer Diodenlaserkoagulation im Stadium 3+ der akuten Retinopathia praematurorum zu beurteilen, untersuchten wir in einer prospektiven Studie Frühgeborene nach transpupillärer Diodenlaserkoagulation.

Methode: In unsere Studie wurden 90 Augen bei 62 Frühgeborenen (Gestationsalter 23 bis 31 Wochen (Mittelwert ± SD 26,5 ± 1,6); Geburtsgewicht 430 bis 1400 g (848 ± 204)) nach transpupillärer Diodenlaserkoagulation mit dem Laser-Indirekt-Ophthalmoskop im Stadium 3+ der akuten Retinopathia praematurorum eingeschlossen. Untersucht wurden vordere Augenabschnitte (Handspaltlampe), Fundus (binokulare Ophthalmoskopie), Sehschärfe (Teller Acuity Cards, Snellen-Äquivalente), Refraktion (Skiaskopie in Zykloplegie) und Stellung der Augen (Abdecktest). Die Nachbeobachtungszeit für die anatomischen Ergebnisse lag zwischen 6 Wochen und 4,5 Jahren (88 ± 69 Wochen), für funktionelle Befunde zwischen 11 Wochen und 4,5 Jahren (99 ± 65 Wochen).

Ergebnisse: In 88 (98%) der 90 untersuchten Augen lag die Netzhaut an. Bei 8 Augen (9%) bestand eine leichte bis mäßige Verziehung der Netzhaut. Zwei Augen (2%) zeigten eine Retinopathia praematurorum Stadium 5 (vollständige Netzhautablösung). Bei den 88 Augen mit anliegender Netzhaut waren die vorderen Augenabschnitte ohne pathologischen Befund (z.B. Synechien, Katarakt). Die Refraktionswerte dieser Augen reichten von - 17,5 bis + 5,0 D (-2,5 ± 5,2). Die Sehschärfe (Snellen-Äquivalente) lag zwischen 0,01 und 0,8 (0,2 ± 0,2). Eine Esotropie fand sich bei 21 (34%) der 82 Kinder. Ein Kind (2%) mit Retinopathia praematurorum Stadium 5 zeigte eine Exotropie.

Schlußfolgerung: Unsere Ergebnisse bestätigen, daß die transpupilläre Diodenlaserkoagulation ein sicheres Verfahren zur Therapie der akuten Retinopathia praematurorum Stadium 3+ ist. Komplikationen oder unerwartete Nebenwirkungen der transpupillären Diodenlaserkoagulation traten während der Nachbeobachtungszeit nicht auf.

Klinik für Augenheilkunde, Marienhospital Osnabrück, D-49074 Osnabrück


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