96. Jahrestagung der DOG 1998

P465

TIEREXPERIMENTELLE IMPLANTATION UND BEFESTIGUNG VON POLYDIMETHYLSILOXANFOLIEN ALS BASIS FÜR OBERFLÄCHENVEREDELTE RETINA-STIMULATOREN

C.E. Uhlig1, U. Thelen1, H.Ch. Lüdtke-Handjery2, H. Richter2, N. Völker2, H. Gerding1

Einleitung: Für die epiretinale Fixation von Retina-Stimulatoren wurden Implantate aus Polydimethylsiloxan-Methacrylat (PDMS) erprobt. Es ist ein transparentes, elastisches Material mit gezielt gesetzten Mikroperforationen, das sich Umgebungsformen weitestgehend anschmiegt. Seine adhäsiven Eigenschaften lassen sich durch Plasmaätzung und Propfkopolymerisation erheblich verbessern. Erfahrungen zur Verträglichkeit und zur Daueradhäsivität des Materials im Bereich der Netzhaut liegen bisher nicht vor.

Material und Methode: Die Untersuchungen wurden am Wildtyp-pigmentierten Kaninchen nach sichernder Kryofixation der Eintrittspforten durchgeführt. Die Implantationen erfolgten nach plasmin-assistierter Vitrektomie in epiretinaler Auflage.

Ergebnisse: Eine Implantation des Materials war ohne Netzhautläsion möglich. Auch bei flächiger Auflage des Implantationsmaterials zeigte sich keine PVR-Entwicklung oder pucker-Bildung. Klinisch relevante epiretinale Proliferationen blieben aus. Das Implantat erwies sich über einen Zeitraum von 3 Monaten funduskopisch als ortsstabil.

Schlußfolgerung: Die gering ausgeprägte Umgebungsreaktion des eingebrachten Implantats verweist auf eine gute Langzeit-Gewebeverträglichkeit. Die effektive Wirkungsdauer der durch Oberflächenmodifikation erzielten verbesserten Adhäsion ist noch unklar. Die im Implantatmaterial angebrachten Mikroperforationen ermöglichen offensichtlich eine mäßige Proliferation in die Poren hinein, was zu einer Ergänzung der primären Fixation führt und dem eigentlich angestrebten Dauereffekt entsprechen würde.

Gefördert vom BMF+T (KZ: 01 IN 501 D)

Zusammenarbeit im EPI-RET-Verbund

1 Augenklinik, Universität Münster, D - 48129 Münster
2 Institut für Pathologie, RWTH Aachen, D – 52057 Aachen


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