96. Jahrestagung der DOG 1998

V454

PROGNOSE DER POSTOPERATIVEN ENDOPHTHALMITIS

E. Königsdörffer, R. Augsten, A. Oehme, J. Strobel

Im Rahmen einer retrospektiven Studie sollte das Patientengut mit postoperativer Endophthalmitis bezüglich prognostischer Gesichtspunkte ausgewertet werden.

Patienten: 21 Patienten (davon 14 aus auswärtigen Einrichtungen, 10 weiblich, 11 männlich), im Alter von 9 - 95 Jahren (Durchschnitt 69,7) mit postoperativer Endophthalmitis wurden im Zeitraum von 1991 bis 1997 in unserer Klinik behandelt. Folgende Operationen waren ausgeführt worden: Phako mit HKL 6x, ECCE mit HKL 8x, Sekundäre IOL 4x, Re-Keratoplastik 1x, Fistelrevision nach Keratoplastik 1x und Fadenentfernung 2 Monate nach HKL-Implantation 1x. Es handelte sich um 10 akute, 6 subakute und 5 chronische Verlaufsformen. 17mal wurden eine ppV durchgeführt (2mal mit IOL-Explantation und Kapselsackentfernung und dabei 1mal mit Keratoplastik), weiterhin 2 vordere Vitrektomien und 2 Vorderkammerspülungen ohne Vitrektomie. Alle Patienten erhielten intraokular und systemisch Antibiotika. Der postoperative Beobachtungszeitraum betrug 1 bis 36 Monate (im Durchschnitt 10,4). Die mikrobiologische Untersuchung umfaßte Kulturen von Glaskörper, Vorderkammer und Bindehaut.

Ergebnis: Bei 71 % der Patienten war der letzte Visus 1/25 und besser, bei 24 % mindestens 0,4. Bei einem präoperativen Visus von mindestens HB war der postoperative Visus besser als bei einem schlechteren Ausgangsvisus (Lichtschein). Die chronischen und subakuten Endophthalmitiden hatten ein besseres Visusergebnis als die akuten Endophthalmitiden. Bei den chronischen und subakuten Verläufen war öfter noch ein Visusanstieg in den ersten Wochen nach der Operation möglich. Bei den akuten Verläufen stagnierte der Visusanstieg, und der Visus wurde teils schlechter. Das Keimspektrum umfaßte Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus aureus, Streptococcus sanguis, Propionibacterium acnes und weitere Bakterien. Der postoperative Visus war bei Staphylococcus epidermidis-Infektionen am besten.

Schlußfolgerung: Prognostische Faktoren der postoperativen Endophthalmitis sind der Visus, das Kulturergebnis und die Verlaufsform (akut, subakut, chronisch). Zum Zeitpunkt der Operation oder der intravitrealen Antibiotikaeingabe sollte der Visus nicht schlechter als Handbewegungen sein, um postoperativ einen besseren Visus zu erreichen.

Universitäts-Augenklinik, Bachstraße 18, D-07740 Jena


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