96. Jahrestagung der DOG 1998

K448

ENDOPHTHALMITIS: VERBESSERUNG DES KEIMNACHWEISES

Th. Neß1, K. Pelz2

Die infektiöse Endophthalmitis ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation. Der Nachweis des verantwortlichen Keims hat große Bedeutung für die Prognose und Therapie. Die Häufigkeit eines Keimnachweises wird in der Literatur zwischen 50 und 75 % angegeben. Unserer Ziel war es diese Quote zu verbessern

Methoden: Alle für die Kultivierung erforderlichen Materialien (Kulturplatten: Columbia-, Hämatin-, ENDO-, und Hefe-Cystein-Blut-Agar, Pilzbouillon) und eine Gebrauchsanweisung waren jederzeit im Operationssaal vorrätig. Dadurch konnten intraokular entnommene Proben auch außerhalb der normalen Dienstzeiten durch mikrobiologisch weniger erfahrene Assistenten direkt im Operationssaal kultiviert werden. Am Wochenende und nachts wurden die Kulturplatten in der Augenklinik unter optimalen Bedingungen bebrütet und später zur weiteren Differenzierung an einen erfahrenen Mikrobiologen weitergeleitet. Die Kulturergebnisse der ersten 10 Patienten mit Endophthalmitis (akut oder chronisch postoperativ, endogen) nach Einführung dieses "Endophthalmitis-Sets" wurden mit den Ergebnissen der 11 davor durchgeführten Probenentnahmen verglichen.

Ergebnisse: Im Gegensatz zu einer sehr niedrigen Nachweisquote (4/11) vor Einführung des "Endophthalmitis-Sets" gelang nach Einführung in jedem Fall ein Keimnachweis (10/10). Das gefundene Keimspektrum entspricht der aus der Literatur bekannten Verteilung (Haut- und Schleimhautkeime, Anaerobier).

Schlußfolgerung: Steht im Operationssaal ein geeignetes Set zur Kultivierung zur Verfügung gestellt, läßt sich der Nachweis von Keimen bei der Endophthalmitis deutlich steigern und damit die Therapie verbessern.

1Universitäts-Augenklinik Freiburg, Killianstraße 5, D-79106 Freiburg
2Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Freiburg, Herrman-Herder-Straße 11, D-79104 Freiburg


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