96. Jahrestagung der DOG 1998

V447

THERAPIEKONZEPT BEI DER ENDOGENEN UND EXOGENEN ENDOPHTHALMITIS

R. Jalilzadeh, G.W. Nietgen, J. Schmidt

Hintergrund: In einer retrospektiven Studie stellen wir unsere eigenen Erfahrungen und Therapiekonzepte zur Behandlung der endogenen und exogenen Endophthalmitis vor. Das Therapieergebnis hängt dabei von verschiedenen Erkrankungs- und Therapiefaktoren ab.

Methodik: Es wurden 34 Augen (von 33 Patienten) aus den Jahren 1995 bis 1997 in unserer Klinik bei exogener (29 Augen) oder endogener (5 Augen) Endophthalmitis behandelt. Eine Pars plana- Vitrektomie mit Antibiotikaspülung mußte bei 23 Augen vorgenommen werden, nachdem eine konservative Therapie mit lokalen und systemischen Antibiotika- und Steroidgaben keine ausreichende Wirkung zeigte.

Ergebnisse: Patienten mit exogener Endophthalmitis wiesen nach konservativer Therapie einen Visus von durchschnittlich 0,78 auf. Der Visus der vitrektomierten Augen mit beginnender Retinanekrose unter Einbeziehung der Makula lag im Mittel bei 0,32. Zu einer Erblindung kam es bei drei der fünf Augen mit endogener Endophthalmitis, trotz durchgeführter Pars plana-Vitrektomie.

Schlußfolgerungen: Durch eine gezielte Therapie mit systemischer und lokaler Antibiotika- und Steroidgabe sowie eine rechtzeitige Pars plana-Vitrektomie lassen sich auch bei schwerer Endophthalmitis die Augen erhalten und es läßt sich eine respektable Sehschärfe erreichen. Die Prognose der endogenen Endophthalmitis scheint deshalb ungünstiger, da die Therapie infolge des schlechten AZ der Patienten häufig zu spät erfolgt.

Medizinisches Zentrum für Augenheilkunde, Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg


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