96. Jahrestagung der DOG 1998

K436

Postoperative Nachbehandlung maligner Melanome der Bindehaut mit Mitomycin-C-Augentropfen unter cytologischer und DNA-cytometrischer Therapiekontrolle

A. Kersten1, R. Sundmacher1, B. Nadjari2, A. Böcking2

Hintergrund: Aus einer erworbenen Bindehautmelanose (primary acquired melanosis = PAM) entstandene Melanome sind wegen multilokulärer Wachsstumsneigung, unscharfer Begrenzung und hohem Rezidivrisiko ein großes Therapieproblem, das auch durch Nachbestrahlung oft nicht gelöst wird, sodaß nach Alternativen gesucht werden muß.

Ziel war die Untersuchung der Effektivität und Sicherheit einer lokalen Mitomycin-C-AT-Nachbehandlung unter cytologischer und DNA- cytometrischer Rezidivkontrolle.

Methoden: Abstriche melanomverdächtiger Areale wurden cytologisch und DNA-cytometrisch untersucht und mit der Histologie nach Exzision korreliert. Es wurde über 6 Zyklen von einer Woche Dauer mit MMC-AT 0,04% 4mal täglich nachbehandelt. Cytologische und DNA- cytometrische Therapiekontrollen erfolgten monatlich.

Ergebnisse: Bei 2 von 5 Augen mit PAM-Melanom handelte es sich um die Erstdiagnose und bei 3 Augen um Rezidive. Alle Rezidivaugen waren mehrfach voroperiert und voll nachbestrahlt worden. Bei einer mittleren Nachbeobachtung von 7,9 Monaten war die MMC- AT-Nachbehandlung in 3/5 Fällen bislang erfolgreich. Eine Pigmentierung war nicht mehr nachweisbar, Cytologie sowie DNA- Cytometrie zeigten Tumorfreiheit. Bei 2/5 Augen kam es klinisch zu einem Rezidiv, welches cytologisch bestätigt wurde. Die Cytometrie zeigte jedoch nur in einem Fall eine DNA-Aneuploidie und im zweiten eine euploide DNA-Polyploidie. Hier konnten jedoch die cytologisch verdächtigen Zellen mit melanomspezifischen HMB45-Antikörpern eindeutig identifiziert werden.

Schlußfolgerung: Cytologie und DNA-Cytometrie erlauben in Verbindung mit der HMB45-Markierung die sichere Effizienzkontrolle von Mitomycin-C-Augentropfen bei der Rezidivprophylaxe nach Melanomoperation der Bindehaut. Unsere bisherigen Erfahrungen lassen erwarten, daß Lokalcytostatika eine sehr wichtige Ergänzung bzw. Alternative bei der Therapie und Prophylaxe des Bindehautmelanoms, insbesondere des PAM-Melanoms, sein werden.

1Augenklinik, 2Institut für Cytopathologie, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstrasse 5, 40225 Düsseldorf


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