96. Jahrestagung der DOG 1998

V40

MEHR ALS DREI JAHRE ERFAHRUNG MIT DER ELEKTRONISCHEN INTRAOKULAREN NADEL-DRUCKMESSUNG BEI IRREGULÄREN HORNHÄUTEN

W. Marx, F. Madjlessi, T. Reinhard, C. Althaus, R. Krallmann, R. Sundmacher

Einleitung: Bei irregulären Hornhautverhältnissen wie nach Keratoplastik, bei Nahtspannung, Dystrophien, Narben oder Ödem ist die applanatorische Augeninnendruckmessung häufig nicht durchführbar oder aber in ihrer Aussagekraft äußerst zweifelhaft. Daher setzen wir seit über 3 Jahren bei allen Augen mit irregulären Hornhäuten bei Glaukomverdacht ein neu entwickeltes intraokulares Nadel-Druckmeßverfahren ein, um die Applanationswerte zu überprüfen und wenn nötig zu korrigieren.

Patienten und Methode: In Tropfanästhesie wird eine Spezialnadel am Limbus in die Vorderkammer eingeführt und der intraokulare Druck mittels Druckwandler elektronisch ermittelt. Bisher wurden 330 Messungen an 215 Augen mit Glaukomverdacht und irregulären Hornhäuten vorgenommen, nachdem eine Eichung und Korrelationsprüfung mit der Applanationstonometrie an Augen mit gesunden Hornhäuten durchgeführt wurde.

Ergebnisse: 1. Die elektronische Nadel-Druckmessung ermöglicht es, den wahren intraokularen Druck direkt zu bestimmen und ist daher vor allem bei irregulären Hornhautverhältnissen der Applanationstonometrie überlegen. 2. Die Applanationswerte bei irregulären Hornhäuten liegen überwiegend tiefer und zum Teil erheblich tiefer als die wahren intraokularen Werte. 3. Bei stabilem Hornhautbefund ermöglicht die intraokulare Messung, die Applanantionswerte mit einem Korrekturfaktor zu versehen. 4. Komplikationen beobachteten wir bisher nicht.

Augenklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf


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