96. Jahrestagung der DOG 1998

V365

DIE ERSTEN ERGEBNISSE DER BEHANDLUNG DER FRÜHGEBORENEN RETINOPATHIE IN LETTLAND

S. Valeine

Das Problem der Frühgeborenen - Retinopathie (Retinopathia praematurorum) wird in Lettland von Augenärzten und Neonatologen seit dem Jahre 1981 behandelt, als zum ersten mal bei zwei Frühgeborenen diese Diagnose sichergestellt wurde. Im Zeitraum 1981 bis 1996 waren im Gesichtskreis der Augenklinik des Kinderkrankenhauses der Medizinischen Akademie Lettlands 36 praktisch blinde Kinder (V Stadium der RPM). Frühgeburten gibt es in Lettland jährlich bis zu 6%, ein Achtel davon mit dem Geburtsgewicht unter 1500g. Wegen der RPM erblinden in Lettland jährlich 2-3 Kinder.

Systematische Behandlung der RPM wird in Lettland im Zusammenklang mit der Rekomendationenen der Studie CR - ROP (U.S.A., 1986) und der Augenklinik der Universität Münster seit dem Jahre 1996 durchgeführt. Im Zeitraum 1996 bis 1997 wurden 18 Frühgeborene in unterschiedlichen Stadien der RPM mit Cryokoagulation behandelt. In 9 Fällen führte es jedoch zur retrolentarer Fibroplasie. Das Geburtsgewicht lag bei diesen Kindern unter 1200g. In 9 Fällen haben wir eine Regression beobachtet.

Unsere Ergebnisse entsprechen der häufig publizierten. Die Sehensbehinderungs-Inzidenz bleibt bei 50%. Exaktere Risiko-Frühvoraussage ist eine Voraussetzung für weitere Optimierung der prophylaktischen Maßnahmen in der Neonatologie.

Augenklinik des Kinderkrankenhauses der Medizinischen Akademie Lettlands, Vienibas gatve 45, Riga, Lettland, LV 1004


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