96. Jahrestagung der DOG 1998

P343

KERATEKTOMIEDURCHMESSER UND -TIEFE MIT UNTERSCHIEDLICHEN ANSAUGHANDSTÜCKEN BEI EINEM MANUELL GEFÜHRTEN MIKROKERATOM

A. Langenbucher, A. Behrens, B. Seitz, M.M. Kus, N.X. Nguyen, C. Rummelt

Hintergrund: Ziel der Studie war die Untersuchung der Einflußgröße Ansaughandstück auf die Schnittiefe und den Durchmesser der Keratektomie bei Verwendung eines manuell geführten Mikrokeratoms.

Material und Methode: Bei 20 frisch enukleierten Schweineaugen wurde unter Benutzung des Mikrokeratoms OneÒ (Fa. Moria, Frankreich) ein Flap mit einer intendierten Dicke von 130 m m geschnitten. Mit jedem der 4 Saugringe (-1, 0, l, 2) wurden jeweils nach Erneuern der Klinge 5 Augen behandelt. Vom Wundbett sowie vom Flap wurden Makrophotos angefertigt, um planimetrische Messungen des Durchmessers der Keratektomie (in horizontaler und vertikaler Richtung) durchzuführen. Weiter wurde mittels Ultraschallpachymetrie (Tomey, Erlangen) die Gesamtdicke der Hornhaut und die Dicke bei zurückgeklapptem Flap an drei Stellen der Horizontalen bestimmt und daraus die Dicke des "Flap" berechnet.

Ergebnisse: Die Dicke der Hornhaut variierte von 870± 45 m m zentral bis 842± 36 m m am Beginn sowie 854± 46 m m am Ende der Keratektomie (nahe der Basis des "Flap"). Die Dicke des "Flap" nahm von 120± 25 m m am Beginn stetig auf 132± 19 m m zentral und auf 143± 27 m m an der Basis des "Flap" zu. Die Zunahme der Dicke während des Schneidevorganges (p=0,001) und im Vergleich zwischen den Ansaugringen (p=0.02, c 2-Test) war statistisch signifikant. Der horizontale/vertikale "Flap"- Durchmesser für die Saugringe -1, 0, l und 2 betrug 7.76+0.13/8.23+0.14 mm, 7.99± 0.15/8.43± 0.13 mm, 8.21± 0.15/8.61± 0.12 mm und 8.74± 0.15/8.90± 0.23 mm. Zwischen "Flap"-Durchmesser und Ansaugring ergab sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang (p=0,01, c 2-Test).

Schlußfolgerung: Mit Zunahme des intendierten "Flap"-Durchmessers scheint die "Flap"-Dicke zuzunehmen. Dieser Effekt sollte neben dem Dickegradienten des "Flap" bei Verwendung eines manuell geführten Mikrokeratoms für lamelläre refraktive Eingriffe berücksichtigt werden.

Mit Unterstützung des DAAD (No.331 4 04 001, Dr. Behrens)

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen


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