96. Jahrestagung der DOG 1998

V33

TRANSPLANTATION VON HLA-TYPISIERTEN, KRYOKONSERVIERTEN HUMANEN ADULTEN RETINALEN PIGMENTEPITHELZELLEN AUS EINER ZELLBANK

 M. Valtink, A. Sobottka Ventura, J. Bednarz, G. Richard

Hintergrund: Als eine Therapiemaßnahme bei der altersabhängigen Makuladegeneration wird die Transplantation von retinalen Pigmentepithelzellen (RPE) in den subretinalen Raum diskutiert. Obwohl die mikrochirurgischen Möglichkeiten hierzu gegeben sind, scheiterten bisherige Versuche beim Menschen vor allem an den zellkulturtechnischen Voraussetzungen. Auch das Problem einer Gewebeabstoßung muß bei der Zelltransplantation bedacht werden. In einer Hornhautbank besteht die Möglichkeit, von Spenderaugen das RPE zu gewinnen, zu kultivieren, eine Gewebetyp-Bestimmung durchzuführen und die Zellen anschließend in flüssigem Stickstoff zu lagern, um sie dann entsprechend des HLA-Typs für Patienten bereitstellen zu können

Methoden: Zwischen 1996 und 1998 wurden insgesamt 320 Zellkulturen von humanen retinalen Pigmentepithelzellen nach der im Labor entwickelten Kulturmethode angelegt. Davon wurden 208 Kulturen wegen ungenügendem Wachstum, Verkeimung oder fehlender Differenzierung verworfen oder für Studien verwendet. Von 75 Zellkulturen konnte eine HLA-Typisierung durchgeführt werden, von denen 62 als ausreichend morphologisch gut differenzierte Kulturen zur Kryokonservierung (RPE-Bank) verwendet wurden.

Ergebnisse: Patienten, die einer RPE-Transplantation zugestimmt hatten, wurden seit 01.1998 auf eine Warteliste übernommen. Im Februar 1998 wurde bei einem Patienten eine gute Übereinstimmung vor allem bei den HLA-Klasse II-Antigenen (Mismatch auf den Loci A, B, teilweise Mismatch auf DBP1) mit kryokonservierten RPE-Zellen gefunden, so daß eine Zelltransplantation durchgeführt werden konnte.

Schlußfolgerung: Das Anlegen einer RPE-Zellbank bietet die Möglichkeit, Zellen über einen langen Zeitraum zu konservieren und für die Transplantation bereitzuhalten. Sterilität und Vitalität der Zellen müssen überwacht werden.

Universitäts-Augenklinik, Martinistraße 52, D-20246 Hamburg

 


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