96. Jahrestagung der DOG 1998

V32

PHYSIOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN KULTIVIERTER HUMANER RETINALER PIGMENTEPITHELZELLEN VOR UND NACH KRYOKONSERVIERUNG

 K. Engelmann 1, M. Valtink 1, R. Krüger 1, O. Strauß 2, G. Richard 1

Hintergrund: Kulturen humaner retinaler Pigmentepithelzellen (RPE) bilden die Grundlage zur Erforschung biochemischer und physiologischer Eigenschaften dieser Zellen sowie für RPE Transplantationen. Während der Kultur kommt es jedoch zu Änderungen im Wachstumsverhalten und in der Morphologie dieser Zellen. Inwieweit eine Dedifferenzierung auch zu Änderungen der physiologischen Eigenschaften führen kann, die wiederum den Erfolg von RPE-Transplantationen beeinträchtigen können, war Ziel der Untersuchungen.

Methoden: RPE wurden durch Inkubation der Uvea in einer Mischung aus Kollagenase und Dispase isoliert und anschließend auf beschichteten Kulturschalen ausgesät. Für die Kultivierung wurde ein speziell entwickeltes Medium verwendet. Ein Teil der Zellen jeder Kultur wurde zur HLA-Bestimmung sowie für patch-clamp Untersuchungen verwendet und die übrigen Zellen wurden kryokonserviert. Im Anschluß an eine 9 bis 66 monatige Kryokonservierung wurden die Zellen aufgetaut und nochmals zur HLA-Bestimmung und für patch-clamp Untersuchungen verwendet.

Ergebnisse: In den zwölf untersuchten Zellkulturen konnte kein Unterschied in der Expression von HLA-Merkmalen vor und nach Kryokonservierung festgestellt werden. Mit Hilfe der patch-clamp Technik konnten sowohl vor als auch nach Kryokonservierung sowohl Kalium- als auch Kalziumkanäle in den Membranen der Zellen nachgewiesen werden, jedoch nur, wenn diese unter den optimierten Bedingungen kultiviert worden waren. Die Eigenschaften der "delayed" und "inward rectifier" Kaliumkanäle waren in den subkultivierten Kulturen nur leicht verändert verglichen mit den Primärkulturen.

Diskussion: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, daß die Kulturbedingungen einen deutlichen Einfluß auf den Erhalt typischer Merkmale retinaler Pigmentepithelzellen haben. Eine zwischenzeitliche Kryokonservierung hingegen beeinflußt diese Merkmale nicht.

1 Universitäts-Augenklinik, Martinistrasse 52, D-20246 Hamburg, Germany

2 Inst. f. klin. Physiol. der FU Berlin, Hindenburgdamm 30, D-12200 Berlin

 


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