96. Jahrestagung der DOG 1998

K311

CHIRURGISCHE THERAPIE DES MAKULAFORAMENS MIT UND OHNE ADJUVANTIEN

K.S. Shin, G.W. Nietgen, J. Schmidt

Hintergrund: Hat die Anwendung von autologem Serum als Adjuvans bei der Therapie des Makulaforamens (MFO) durch die Pars plana-Vitrektomie einen Einfluß auf den anatomischen und funktionellen Erfolg?

Methodik: In einer retrospektiven Studie untersuchten wir 70 Augen (65 Patienten), die an unserer Klinik zwischen 1992 und 1997 bei Makulaforamen Stadium 2 bis 4 operiert wurden. Eine Gruppe (I) wurde ohne autologe Serumapplikation und eine zweite Gruppe (II) mit Applikation behandelt. Verglichen wurde die Geschlechtsverteilung, Alter, Dauer der Symptome und Seitenverteilung. Besonders wurde bei dem zu vergleichenden Kollektiv die präoperative Stadieneinteilung nach Gass und die intraoperativ festgestellte Formation epiretinaler Membranen (ERM) beurteilt.

Ergebnisse: Die Ergebnisse unserer Untersuchung belegen, daß in der Gruppe mit Serumapplikation eine signifikant höhere Verschlußrate (68,6% versus 51,4%, p<0,05) des MFO mit dem besserem Visusanstieg (mittel: von 0,1 in beiden Gruppen auf 0,125 in Gruppe I und auf 0,16 in Gruppe 2) gefunden wurden. Positive Einflüsse auf das anatomische Ergebnis waren ein geringes Alter, ein frühes Stadium des MFO und eine kürzere Symptomatik. Der präoperative Visus hat in beiden Gruppen eine starke positive Korrelation (r> 0,4) zur postoperativen Sehschärfe und eine negative Korrelation (r<-0,4) zur perioperativen Differenz des Visus. Alter des Patienten, Stadium des Foramens und Symptomdauer korrelierten nicht mit einer Verbesserung des Visus innerhalb einer Gruppe. Die Entfernung von ERM in 35 Augen aus beiden Gruppen führte bei 27 Augen (75%) zu einem anatomischen Verschluß, in 4 Augen ohne ERM-Entfernung gelang dies nicht.

Schlußfolgerungen: Die Applikation von autologem Serum als Adjuvans in der Chirurgie des idiopathischen Makulaforamens sichert einen besseren anatomischen Verschluß des MFO, sowie einen höheren postoperativen Visus. Eine frühzeitige Operation mit der Entfernung ERM ist weiterhin ein wichtiger Parameter für die Erfolgreiche Behandlung und muß mit den Risiken einer Operation abgewogen werden.

Medizinisches Zentrum für Augenheilkunde der Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg


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