96. Jahrestagung der DOG 1998

K271

KORREKTUR DES PARALYTISCHEN EKTROPIUMS MIT LATERALER ZÜGELPLASTIK UND MEDIALER KANTHOPLASTIK

A. v. Rückmann1,2, K.-G. Schmidt2, J.R.O. Collin1, K.W. Jacobi2

Zur Korrektur des Unterlidektropiums nach Fazialisparese werden verschiedene Techniken angewendet, unter anderem die mediale, laterale, zentrale Tarsoraphie, die zentrale oder parazentrale Keilexzision und in den letzten Jahren die laterale Zügelplastik. Ziel dieser Studie war es, die Ergebnisse der verschiedenen Techniken zu vergleichen.

Methode: In der Zeit von Januar 1995 bis Dezember 1997 wurde bei 52 Patienten mit Ektropium nach Fazialisparese (Alter: 47-72 Jahre) eine laterale Zügelplastik mit medialer Kanthoplastik durchgeführt. Bei 16 Patienten bestand ein Ektropiumrezidiv nach Keilexzision oder Tarsoraphie, bei 9 Patienten bestand ausschließlich Epiphora nach diesen Operationen, 13 Patienten waren mit dem kosmetischen Ergebnis nach den o.g. beiden Operationstechniken nicht zufrieden und die restlichen Patienten waren nicht voroperiert.

Ergebnisse: Durch die laterale Zügelplastik mit medialer Kanthoplastik konnte das Ektropium bei allen Patienten korrigiert werden. Die Epiphora konnte bei 41 Patienten (78%) vermindert werden. Das kosmetische Ergebnis war nach lateraler Zügelplastik mit medialer Kanthoplastik deutlich besser als bei den mit Keilexzision oder Tarsoraphie operierten.

Schlußfolgerung: Die Methode der lateralen Zügelplastik mit medialer Kanthoplastik führt zu einem guten funktionellen und kosmetischen Ergebnis und eignet sich im Vergleich zu Tarsoraphie und zentraler oder parazentraler Keilexzision besser zur chirurgischen Behandlung des Unterlidektropiums nach Fazialisparese.

1Moorfields Eye Hospital, London, U.K.
2Universitäts-Augenklinik, 35385 Giessen


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