96. Jahrestagung der DOG 1998

V260

AUGENINNENDRUCKERHÖHUNG NACH KERATOPLASTIK

C. Redbrake, O. Arend

Die Inzidenz des Glaukoms nach Keratoplastik wird in der Literatur mit 18 bis 46 % beziffert. Genau wie die Immunreaktion und Oberflächenprobleme können anhaltende Drucksteigerungen zum Versagen des Transplantates führen.

Material und Methoden: 75 Patienten wurden nach Keratoplastik prospektiv bis zu 5 Jahren nachbeobachtet. In allen Fällen war der intraokulare Druck präoperativ reguliert. Wir untersuchten: die Anzahl und das zeitliche Auftreten der Glaukome, Risikofaktoren (z.B. präoperativ vorhandene Glaukome) und den Zusammenhang zum Vorderabschnittsbefund (z.B. Synechien, Aphakie).

Ergebnisse: In n=22 der n=75 nachuntersuchten Patienten kam es postoperativ zu einer Drucksteigerung. Die Nachverfolgungszeit dieser Patienten betrug im Mittel 22,4 Monate. Frühe postoperative Glaukome wurden bei 13 Patienten beobachtet, davon gingen 5 in ein chronisches Sekundärglaukom über. Von den 22 Patienten mit postoperativer Drucksteigerung hatten 8 bereits ein präoperativ bekanntes Glaukom, während dies bei den restlichen 14 nicht der Fall war. Bezüglich des Vorderabschnittbefundes fanden wir 14 von 75 Patienten mit Synechien, von denen 6 einen erhöhten intraokularen Druck zeigten. 10 der 22 Patienten mit Druckanstieg wiesen zudem eine Aphakie oder Pseudophakie auf.

Schlußfolgerung: Die präoperative Druckregulierung ist eine unabdingbare Voraussetzung der erfolgreichen Keratoplastik. Das spätere Auftreten eines Glaukoms kann durch zahlreiche Faktoren bedingt sein und sollte daher individuell betrachtet und therapiert werden.

Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52057 Aachen


Zurück