96. Jahrestagung der DOG 1998

V253

ERSTE KLINISCHE ERFAHRUNGEN MIT MYCOPHENOLATE MOFITILE (CELLCEPT ) BEI DER IMMUNSUPPRESSIVEN THERAPIE VON AUTOIMMUN-ERKRANKUNGEN DES AUGES

J. Zurdel, B. Aboalchamat, K. Engelmann, A.A. Bialasiewicz

Autoimmunerkrankungen oder chronisch verlaufende Entzündungen können am Auge zu schweren Schädigungen bis hin zum Sehverlust führen. Die systemische Immunsuppression mit einer einfachen, aber auch Kombinationstherapie mit Kortikosteroiden, Ciclosporin A oder Azathioprin, seltener mit Cyclophpospamid oder Methotrexat über Monate und Jahre ist oftmals unumgänglich. Die Nebenwirkungen der Medikamente sind hinlänglich bekannt und werden von den Patienten häufig nicht toleriert. Auch kommt es gelegentlich trotz Immunsuppression zu einem chronisch rezidivierenden Verlauf der Erkrankung.

Methode: Seit 1 Jahr werden Patienten, bei denen es mit einer der bekannten Therapien nicht zu einer Verbesserung des Befundes kam oder bei denen Mehrfach- Kombinationen von Immunsuppressiva zur Behandlung erforderlich waren, mit Mycophenolate mofitile in einer Dosierung von 2 x täglich 1 g behandelt.

Ergebnisse: In der Heilversuch einbezogen wurden 3 Patienten mit der Diagnose Okuläres Pemphigoid, 6 Patienten bei Z. n. perforierender Re-Keratoplastik oder mehrmaliger Transplantatabstoßung, 2 Patienten mit retinaler Vaskulitis. Bei 3 der Patienten konnte durch die Behandlung die Abhängigkeit von einer langfristigen Kortikosteroidtherapie beendet werden, bei 1 Patientin konnte ein drohender Visusverlust am letzten Auge verhindert werden. Die weiteren Kasuistiken werden vorgestellt.

Diskussion: Mit dem Präparat Mycophenolate (CellCeptÒ ) steht möglicherweise ein Medikament zur Verfügung, welches in Kombination mit anderen Immunsuppressiva oder bei alleiniger Gabe die schwere Verläufe bei autoimmunologischen Prozessen am Auge beherrschen hilft. Langfristige Untersuchungen sind geplant.

Universitäts-Augenklinik, Martinistr. 52, D-20246 Hamburg


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