96. Jahrestagung der DOG 1998

R243

EXPRESSION VON INTERLEUKIN-4 IN KULTIVIERTEN KORNEAE NACH GENTRANSFER

U. Pleyer1, P. Rieck1, C. Hartmann1, H.-D. Volk2, T. Ritter2

Die somatische Gentherapie mit dem Transfer rekombinanter DNA könnte für die Transplantationsmedizin neue Möglichkeiten eröffnen. Da die Kornea für eine ex-vivo Transfektion vor der Transplantation besonders geeignet erscheint, wurden Untersuchungen zur Expression des immunregulativen Zytokins Interleukin-4 (IL-4) an kultivierten Hornhäuten durchgeführt.

Methoden Zur Transfektion der Hornhäute wurde das Konstrukt (AdrlL-4) verwendet, daß das Gen für IL-4 codiert und unter Kontrolle eines CMV Promotors steht. Als Vektor wurde das Adenovirus gewählt. Die Transfektion wurde an Explantaten von Wistar Ratten mit zwei Konzentrationen von AdrlL-4 (2x107 und 2x108 pfu) in DMEM Medium über einen Zeitraum von 3 Stunden vorgenommen. Nach anschließendem Mediumwechsel wurden nach 24, 72 und 144 Stunden Aliquots entnommen und mittels ELISA die IL-4 Konzentrationen gemessen. Als Kontrolle dienten Korneae nach Transfektion mit einem Reporter Konstrukt (Adb-Gal).

Ergebnisse Nach Infektion der Hornhäute mit dem rekombinanten Adenoviralen Vector AdlL-4 konnte bereits nach 24 Stunden das Zytokin nachgewiesen werden. Nach 72 Stunden lag eine hohe, dosisabhängige Expression von IL-4 vor (2x107 pfu, Konzentration: 230 pg IL-4/ml; 2x108 pfu, Konzentration: > 30 ng IL-4/ml). Hornhäute, die mit Adb-Gal infiziert wurden, wiesen zu keinem Zeitpunkt meßbare IL-4 Konzentrationen auf.

Schlußfolgerung: Diese Ergebnisse belegen erstmals, daß organkultivierte Hornhäute nach Gentransfer in der Lage sind ein immunregulatives Zytokin zu bilden. Weiterführende Untersuchungen sind notwendig um zu prüfen wie sich dies auf die Immunbiologie nach Keratoplastik auswirkt.

Unterstützt durch DFG (Pl 150/9-1 und Vo 489/6-1)

1Augenklinik, Universitätsklinikum Charité, Campus Virchow-Klinikum, 13353 Berlin und Institut für Medizinische Immunologie2, Charité, Berlin.


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