96. Jahrestagung der DOG 1998

P228

IN VITRO UNTERSUCHUNG ZUR HORNHAUTENDOTHELSCHÄDIGUNG VON LIDOCAIN ALS INTRAOKULARES LOKALANÄSTHETIKUM

P. Eggeling, T. Heuermann, N. Anders, E. Bertelmann, P. Rieck

Die Anwendung von intraokularem Lidocain zur Lokalanästhesie während Kataraktoperationen hat erst seit kurzer Zeit Eingang in die klinische Anwendung gefunden. Obwohl über keine Nebenwirkungen berichtet wird, liegen Studien über eine mögliche Endotheltoxizität des Anästhetikums noch nicht vor.

Material und Methoden: Das Endothel isolierter Korneoskleralscheiben aus frisch präparierten Schweinebulbi wurde mit verschiedenen Konzentrationen (1, 5 und 10%) von konservierungsmittelfreiem Lidocain über unterschiedliche Inkubationszeiten (1-60 h) versetzt (n=6 / Konzentration und Zeit). Kontrollkorneae wurden mit 0,9% NaCI über die gleichen Zeiträume inkubiert. Die Endothelschädigung wurde quantitativ mittels Janusgrün-Photometrietechnik bestimmt. Licht- und rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen dienten der Analyse evt. morphologischer Endothelveränderungen.

Ergebnisse: Die quantitative Bestimmung der Endothelschädigung ergab für die Kontrollhornhäute einen Mittelwert von 6,5%. Der direkte Kontakt von Lidocain mit dem Endothel erbrachte bei Konzentrationen bis 10% bei sämtlichen Inkubationszeiten keine signifikante Zunahme der Schädigung (Mittelwert bei 5%igem Lidocain: 7,8%). Bei 10%igem Lidocain war lichtmikroskopisch eine Verbreiterung der Interzellularräume zu erkennen.

Schlußfolgerung: Die vorliegenden Ergebnisse lassen auf keine endotheltoxische Wirkung auch höherer als klinisch angewandter Konzentrationen von Lidocain schließen. Es bleibt zu klären, ob unsere Resultate auf das humane Endothel übertragbar sind.

unterstützt durch DFG Ri 568/3-1

Augenklinik Universitätsklinikum Charité, Campus Virchow Klinikum, D-13353 Berlin


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