96. Jahrestagung der DOG 1998

K22

EINFLUß DER NETZHAUTKRYOKOAGULATION AUF DIE RESORPTION DER DIABETISCHEN GLASKÖRPERBLUTUNG – PILOTSTUDIE

P. Austermann, G. B. Kuba, C. Schade-Brittinger, J. Schmidt, P. Kroll

Die Netzhautkryokoagulation zur Resorptionsförderung diabetischer Glaskörperblutungen wird kontrovers diskutiert. Ziel der vorliegenden Studie wares, den Effekt der Netzhautkryokoagulation bei diabetischer Glaskörperblutung im Vergleich zum Spontanverlauf zu untersuchen.

Patienten und Methode: In einer prospektiven Pilotstudie wurden 20 Patienten mit Glaskörperblutungen bei PDVR A in 2 Gruppen zu 10 Patienten randomisiert. Gruppe l (6 Männer, 4 Frauen, Altersmedian 65 Jahre) wurde mittels Netzhautkryokoagulation therapiert. In Gruppe 2 (4 Männer, 6 Frauen, Altersmedian 61 Jahre) wurde der Spontanverlauf abgewartet. Eine Kontrolluntersuchung fand jeweils nach 6 Wochen statt Als Zielgrößen wurden Visus und Dichte der Glaskörperblutung (indirekte Ophthalmoskopie) herangezogen.

Ergebnisse: Nach 6 Wochen zeigte sich in der Gruppe 1 bei 7 Patienten 70%) ein Visusanstieg, bei 3 Patienten (30%) blieb der Visus konstant. Die Glaskörperblutung nahm in keinem Fall zu, blieb in 2 Fällen unverändert, klarte in 6 Fällen partiell und in 2 Fällen vollständig auf. In Gruppe 2 blieb bei 9 Patienten (90%) der Visus unverändert, nur in 1 Fall (10%) fand sich ein Visusanstieg. Die Glaskörperblutung nahm in einem Fall zu, blieb in 7 Fällen unverändert, klarte in 2 Fällen partiell und in keinem Fall vollständig auf.

Schlußfolgerung: Die Ergebnisse weisen auf einen positiven Effekt der Netzhautkryokoagulation auf die Resorption diabetischer Glaskörperblutungen im Gegensatz zum Spontanverlauf hin. Eine laufende prospektive Studie nach dem gleichen Studiendesign mit 46 Patienten (Fallzahlberechnung ausgehend von einer zweiseitigen Fragestellung mit a=5% und ß=20%) soll eine statistische Signifikanz aufzeigen.

Universitäts-Augenklinik Marburg, Robert-Koch Str. 4, D-35037 Marburg


Zurück