96. Jahrestagung der DOG 1998

K206

MEDIKAMENTÖSE STIMULATION DER EPITHELIALEN WUNDHEILUNG NACH PHOTOREFRAKTIVER KERATEKTOMIE AM VERSUCHSTIER

K. Vogelberg, M. Böhnke

Nach der photorefraktiven Keratektomie heilt der induzierte Epitheldefekt zumeist innerhalb einiger Tage ab. Zum Schutz der Hornhaut vor Infektionen und zur Wiederherstellung der Hornhautphysiologie wäre eine Beschleunigung des Epithelschlusses wünschenswert.

Ziel der Studie: Das Präparat Actihaemylâ , welches für verschiedene Indikationen im Bereich der Wundheilung registriert ist, sollte in seiner Wirkung auf den Epithelschluß nach PRK untersucht werden.

Material und Methoden: An 48 Kaninchen wurde an je einem Auge eine PRK von -5 D/6mm Durchmesser vorgenommen. Für die doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie wurde in 3 Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 erhielt Verum mit Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, Gruppe 2 Placebo, Gruppe 3 Verum ohne Konservierungsmittel. Alle Tiere erhielten postoperativ ein Antibiotikum ohne Konservierungsmittel. Die klinische Befundung erfolgte täglich nach einem standardisierten Schema über einen Versuchszeitraum von 4 Wochen.

Ergebnisse: Die Heilung des Epithels war in Gruppe 3 (Verum ohne Konservierungsmittel) deutlich besser als in den Gruppen 1 (Verum mit Konservierungsmittel) und Gruppe 2 (Placebo). Gruppe 3 zeigte sowohl geringere Erosiogrößen als auch bessere Hornhautreflexbilder. Die Narbenbildung der Hornhaut im Zentrum zeigte am 14. Tag nach dem Eingriff in der Gruppe 3 häufiger einen geringen retikulären Haze, während dieses Kriterium aufgrund bestehender Re-Erosionen in den Gruppen 1 und 2 nicht sicher genug beurteilbar war. Bei Ausschluss aller Hornhäute mit Re-Erosionen fanden sich die höchsten klinischen Haze- Werte in der Gruppe 2, die jedoch kein statistisch signifikantes Niveau mehr erreichten. Die konjunktivale Rötung und Chemose waren in der Summe aller postoperativen Score-Werte in der Gruppe 3 signifikant geringer als in den Gruppen 1 und 2.

Diskussion: Die vorgelegten Ergebnisse zeigen, daß durch die lokale Verabreichung von Actihaemylâ nach PRK ein beschleunigter Epithelschluß erreicht werden kann. Die Narbenbildung, die nach Ansicht einiger Autoren auch mit der Größe des Epitheldefektes korrelieren soll, wurde durch die Versuchsmedikation nur gering beeinflußt.

Universitäts-Augenklinik, Inselspital, CH-3010 Bern


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