96. Jahrestagung der DOG 1998

P185

IN VIVO EXPRESSION VON INTERZELLULÄREM ZELLADHÄSIONS-MOLEKÜL-1 (ICAM-1) IN UVEALEM MELANOM

G.Anastassiou, H. Schilling, S. Djakovic, A. Heiligenhaus, K.-P. Steuhl

Zelladhäsionsmoleküle sind stark in tumorbiologische und immunologische Vorgänge involviert. Obwohl die Expressionsmuster vom ICAM-1 in den meisten Tumorzellen schon untersucht wurden, ist wenig über die Expression von ICAM-1 in uvealem Melanom bekannt.

Methoden: Wir untersuchten mit dem monoklonalen Antikörper anti-ICAM-1 (Clone P2A4, Chemicon Int.; USA) immunhistochemisch Paraffinschnitte von 90 Tumoren. Die Ergebnisse der Färbung wurden mit den histopathologischen Merkmalen wie histologischer Typ, Tumordiameter, Ziliarkörperbeteiligung, extraokuläres Wachstum, Sklerainfiltration, und den klinischen Merkmalen wie Geschlecht, Alter, Metastasenbildung, metastasenfreies Überleben und Gesamtüberleben, verglichen. Für die statistische Bearbeitung der Ergebnisse verwendeten wir den Pearson's chi-square-test, den Fisher's exact-test und den Kaplan-Meier survival-test.

Ergebnisse: Alle Tumore waren ICAM-1-positiv. In 73 Tumoren (81%) färbten sich fast 100% der Tumorzellen positiv mit anti-ICAM-1. In 14 Tumoren (15.5%) war ein Teil von 50-75% der Tumorzellen ICAM-1-positiv und in 3 Tumoren (3.5%) waren lediglich 25-50% der Tumorzellen ICAM-1-positiv. Tumore mit mehr als 25% ICAM-1 negativen Zellen bildeten signifikant häufiger Metastasen (p< .006), zeigten häufiger extraokuläres Wachstum (p< .002) und hatten ein schlechteres Gesamtüberleben (Median: 20 Monate) im Vergleich zu Tumoren mit fast 100% ICAM-1 positiven Tumorzellen (Median:112 Monate).

Schlußfolgerung: ICAM-1 spielt wahrscheinlich eine Rolle in der Pathologie des uvealen Melanoms. Änderungen des Expressionsmusters von ICAM-1 in uvealen Melanomzellen korrelierten mit der Metastasenbildung und infolgedessen mit dem Gesamtüberleben der Patienten dieser Studie.

Univ.-Augenklinik, Hufelandstr. 55, D-45122 Essen


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