96. Jahrestagung der DOG 1998

K17

LANGZEITERGEBNISSE KOMBINIERTER GLAUKOM-KATARAKT-OPERATIONEN: AUGENDRUCK UND VISUS IM VERLAUF

J.M. Heisler, H. Venjakob, D. von Domarus, H. Wirt

Hintergrund: Die Koexistenz von Katarakt und Glaukom fordert bei der Behandlung beider Leiden eine explizite Diskussion des therapeutischen Vorgehens, da verschiedene operative Möglichkeiten in Betracht kommen. Retrospektiv untersuchten wir gleichzeitige Operationen, einerseits die Sklerektomie nach Pham, andererseits die gedeckte Trepanation nach Elliot jeweils kombiniert mit einer Phakoemulsifikation und einer Hinterkammerlinsenimplantation, um beide Verfahren auf Wirksamkeit, Zuverlässigkeit und Prognose zu prüfen.

Methode: Bei 65 Augen wurden in den Jahren 1994 bis 1997 eine kombinierte Sklerektomie nach Pham durchgeführt (44 Frauen, 21 Männer, 76 ± 10,6 Jahre). Ein gleichgroßes Patientenkollektiv wurde im selben Zeitraum nach einer kombinierten gedeckten Trepanation operiert (46 Frauen, 19 Männer, 76 ± 8,1 Jahre). Eine dauerhafte Senkung des Augeninnendruckes (IOD) ohne zusätzliche medikamentöse Therapie auf Werte < 21 mm Hg wurde als absoluter Erfolg, ein IOD < 21 mm Hg mit Zusatzmedikation als relativer Erfolg und ein höherer IOD oder ein erneuter drucksenkender Eingriff als Mißerfolg definiert.

Ergebnisse: 93 % der Patienten, die nach der Sklerektomie operiert wurden, wiesen eine Woche postoperativ einen IOD £ 21 mm Hg ohne zusätzliche medikamentöse Therapie auf. Im Langzeitverlauf (im Mittel 18 Monate) hatten 98 % der Patienten einen IOD £ 21 mm Hg; bei 30 % der Patienten wurde eine zusätzliche medikamentöse Therapie notwendig. Es zeigte sich eine durchschnittliche Verbesserung des Visus um 2,2 Visusstufen. 92 % der Patienten, die nach der gedeckten Trepanation operiert wurden, wiesen eine Woche postoperativ einen IOD ± 21 mm Hg ohne zusätzliche medikamentöse Therapie auf. Im Langzeitverlauf (im Mittel 25 Monate) hatten 99 % der Patienten einen IOD £ 21 mm Hg; bei 25 % der Patienten wurde eine zusätzliche medikamentöse Therapie notwendig. Es zeigte sich eine Verbesserung des Visus um 2,2 Visusstufen.

Schlußfolgerung: Die Daten unterstreichen, daß fistulierende Operationen zu den sichersten Eingriffen zur Senkung des IOD zählen. Besonders die kombinierte Glaukom-Katarakt-Operation erhält, unter den heutigen ökonomischen Aspekten, eine zunehmende Bedeutung.

Augenklinik des AK Barmbek, Rübenkamp 148, D-22291 Hamburg


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