96. Jahrestagung der DOG 1998

K154

ENDOTHELMIKROSKOPIE- EINE OBLIGATE UNTERSUCHUNG VOR JEDER KATARAKTOPERATION?

S. Lechner, F. Schweig, M. Gerdemann, N. Anders, Chr. Hartmann

Einleitung: Entscheidend für das Risiko einer Hornhautdekompensation nach einer Kataraktoperation ist eine verminderte Endothelzellzahl. Auch eine spaltlampenmikroskopisch unauffällige Hornhaut kann eine verminderte Zellzahl aufweisen, die zum Teil erst durch die Endothelmikroskopie aufgedeckt werden kann.

Material und Methoden: Prä- sowie postoperativ wurden von 500 konsekutiven Patienten Endothelphotos mit dem Non-contact Specular Microscope Robo CA der Firma CONAN angefertigt. Darunter befanden sich spaltlampenmikrosokopisch unauffällige Hornhäute, aber auch Hornhäute mit einer Cornea guttata Stadium I-IV.

Ergebnisse: Es zeigte sich, daß auch präoperativ spaltlampenmikroskopisch diagnostizierte Corneae guttatae eine Endothelzellzahl von > 2000 Zellen aufweisen können und es postoperativ zu keiner Hornhautdekompensation kam. Dagegen wurden teilweise bei spaltlampenmikroskopisch unauffälliger Hornhaut weniger als 1500 Endothelzellen gefunden.

Schlußfolgerung: Da eine spaltlampenmikroskopisch unauffällige Hornhaut niedrige Endothelzellzahlen aufweisen kann und somit das Risiko einer postoperativen Hornhautdekompensation nach einer Kataraktoperation erhöht ist, erhält eine routinemäßig präoperativ durchgeführte Endothelmikroskopie einen berechtigten Platz in der präoperativen Diagnostik und ist eine wertvolle Entscheidungshilfe bei der Wahl der Operationstechnik und der präoperativen Patientenaufklärung.

Augenklinik, Universitätsklinikum Charité, Campus Virchow-Klinikum, D-13353 Berlin


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