96. Jahrestagung der DOG 1998

K137

ZYSTOIDES MAKULAÖDEM BEI CMV-RETINITIS UNTER THERAPIE MIT CIDOFOVIR

C. Althaus, A. Kersten

Hintergrund: Cidofovir wird als hoch potentes Medikament bei Cytomegalie-Virus (CMV)-Retinitiden zunehmend sowohl intravenös als auch intraokular eingesetzt. Als schwerwiegende okuläre Nebenwirkungen sind Hypotonien und Iridozyklitiden bekannt.

Ziel ist es, auf ein bisher nicht beschriebenes zystoides Makulaödem (ZMÖ) sowohl nach intraokularer als auch nach intravenöser Anwendung hinzuweisen.

Methode: Kasuistik dreier Patienten mit ZMÖ an 3 Augen mit CMV-Retinitis nach intravenöser (n=1) und intraokularer Injektion (n=2).

Ergebnis: Ein Patient entwickelte 5 Wochen nach einer milden Iritis mit Hypotonie unter einer Erhaltungsdosis von zweiwöchentlich 5 mg/kg KG Cidofovir i.v. ein schweres ZMÖ. Zwei weitere Patienten entwickelten ein schweres ZMÖ 3 bzw. 63 Tage nach intravitrealer Injektion von 15 m g Cidofovir. Allen Patienten wurde adjuvant zum Cidofovir Probenecid oral gegeben. Parabulbäre Steroidgaben führten zu einer deutlichen Besserung des Visus und zum Rückgang des ZMÖs, jedoch nicht zu einer kompletten Resorption.

Schlußfolgerung: Schwere und möglichenweise bleibende ZMÖe können nach intravenöser oder intravitrealer Gabe von Cidofovir an CMV-Retinitis betroffenen Augen auftreten. Eine Iritis geht nicht zwingend voraus. Diese Komplikation muß beim Einsatz des Medikamentes bedacht werden.

Augenklinik, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf


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