96. Jahrestagung der DOG 1998

V127

Viskokanalostomie mit tiefer Skleraresektion und externer Trabekulektomie (VST): Eine Alternative in der Glaukomchirurgie?

M.R. Tetz, V. Jovleska, Ch. Nimsgern, G.U. Auffarth, H.E. Völcker

Hintergrund: Mit der Viskokanalostomie nach Stegmann ist ein neues Verfahren in die Glaukomchirurgie eingeführt worden.

Patienten und Methoden: 50 Augen von 40 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren wurden 6 Monate nach VST untersucht. Bei den Patienten lagen folgende Glaukomtypen vor: PCOWG (35%), Sekundäres OWG bei PEX (45%), Juveniles Glaukom (18%), Buphthalmus (5%), PCOWG mit im Zugang eingeengten Kammerwinkel (5%), Aphakieglaukom (2%). Mehr als 50 % der Patienten hatten mindestens eine antiglaukomatöse Voroperation: ZykIODhotokoagulation, Gonioexcision, Iridektomie.

Ergebnisse: Es ergab sich eine durchschnittliche Drucksenkung von präoperativ 23,4± 5,2 mmHg auf 14,0± 4,4 mmHg. Die antiglaukomatöse Medikation reduzierte sich von 3,4± 1,1 auf durchschnittlich 0,9± 1,1 Wirkstoffe. Bei > 50% der Patienten konnte der Augendruck ohne Medikation < 17 mmHg gehalten werden.

Komplikationen: 2 transiente Hyphämata und 3 transiente Druckanstiege über maximal zwei Tage. Bei 10 Patienten mit guter Kooperation wurden 30° Gesichtsfelduntersuchungen (Octopus, Programm 38) durchgeführt. Bei allen Patienten war der Mean Defect (MD) Wert 6 Monate postoperativ geringer als präoperativ. Im Einzelfall lag der MD-Wert 8 bis 70% niedriger als präoperativ.

Schlußfolgerungen: Die dargestellte Operationsmethode geht auf Empfehlungen von Stegmann zurück. Sie beinhaltet Elemente der Sinuotomie nach Krasnov und der tiefen Sklerektomie z.B. von Kozlov, Fyodorov, Demailly. Basierend auf diesen ersten Erfahrungen scheint die VST als nichtperforierendes chirurgisches Verfahren eine gute Alternative zum traditionellen filtrierenden glaukomchirurgischen Verfahren zu bieten. Dies trifft insbesondere bei veränderten Bindehautausgangssituationen wie z.B. nach längerer medikamentöser Vorbehandlung oder Voroperation zu.

Universitätsaugenklinik Heidelberg, INF 400, 69120 Heidelberg

 


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