96. Jahrestagung der DOG 1998

V111

Gegenüberstellung refraktiver Ergebnisse von Triple-Procedure und zweizeitiger Katarakt Operation und perforierender Keratoplastik

R. Keuch, R. Vogt, H. Bleckmann

Für die Behandlung von Patienten mit kombinierter Hornhauterkrankung und Katarakt stehen neben den zweizeitigen Operationen (Kataraktoperation vor oder nach durchgeführter Keratoplastik) die einzeitige Triple-OP zur Verfügung. Wir führten eine Analyse der refraktiven Ergebnisse der drei operativen Verfahren unter besonderer Berücksichtigung der postoperativen Isometropie durch.

Material und Methoden: Insgesamt gingen 46 Augen in die retrospektive Studie ein, die neben einer Katarakt an einer visusmindernden Hornhauterkrankung litten. Die Patienten wurden drei Gruppen zugeordnet: Bei Gruppe 1 (n = 10) wurde zunächst die Katarakt-OP mit anschließender perforierender Keratoplastik durchgeführt, bei Gruppe 2 (n = 15) erfolgte die Operation einzeitig (Triple-OP) und bei Gruppe 3 (n = 21) wurde primär die Keratoplastik, gefolgt von der Katarakt-OP durchgeführt. Ziel der präoperativen Kalkulation der Zielrefraktion unter Verwendung der SRK-II Formel war stets eine Isometropie zum Partnerauge. Die postoperative Refraktionsbestimmung erfolgte durch subjektiv und objektiv.

Ergebnisse: Der Visus stieg in allen Gruppen an, wobei die besten Ergebnisse in der Gruppe 3 erzielt wurden. Alle Gruppen zeigten einen myopen Shift gegenüber der kalkulierten Zielrefraktion. Der prozentuale Anteil der Patienten, die sich innerhalb eines Intervalls von ± 2 Dpt. um die Isometropie befanden, variierte von 33% (Gr. 1) über 50% (Gr. 2) bis 75% (Gr. 3).

Diskussion: Ein zufriedenstellendes Ergebnis der Verfahren setzt neben der Visussteigerung ein akzeptables refraktives Ergebnis voraus. Erst hierdurch kann eine Rehabilitation der Stereopsis erreicht und eine Aniseikonie verhindert werden. Dieses Ziel haben wir am häufigsten durch eine zweizeitige Operation (PKP vor der Katarakt-OP) erreicht, ohne daß sich hieraus eine Steigerung der Rate an Transplantatdekompensationen ergab. Hierfür war vermutlich neben der besseren Meßbarkeit der Hornhautradien auf dem Transplantat gegenüber der erkrankten HH auch Eingang der endgültigen HH-Radien in die Linsenkalkulation verantwortlich.

Schlußfolgerung: Außer bei amblyopen oder visusreduzierten Augen sollte zunächst die Transplantation erfolgen und dann die Katarakt operiert werden, um die Binokularfunktionen zu erhalten.

Schlosspark-Klinik, Augenabteilung, Heubnerweg 2, D-14059 Berlin


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